Alle Artikel in: Kinderleben

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Ach das Dritte ist ja auch ein Mädchen

Ich sitze beim Sport der Kinder und helfe ihnen in ihre Sportkleidung. Neugierig werde ich von einer anderen Frau beobachtet. Immer wieder schielt sie auch in den Kinderwagen und fragt den kleinen Jungen aus, den wir von der Kita kennen, ob das denn auch ein Mädchen sei. Irgendwann ist sie sich sicher, schaut mich an und sagt „Oje, das Dritte ist ja auch ein Mädchen. Schade!“ Mit Bekannten sitzen wir beim Essen und reden über Kinder. Der Mann wird gefragt, ob denn drei Töchter für ihn okay seien, ob er sich nicht doch einen Jungen gewünscht hätte. Aber vielleicht sei ja noch eins in Planung und vielleicht hätten wir dann ja Glück. Immer wieder begegne ich Menschen, die mit Bedauern feststellen, dass wir drei Mädchen haben. Dabei geht es nicht um die Anzahl, sondern um die Tatsache, dass wir einen Sohn verpassen würden. Wir werden nie wissen, wie es ist einen Jungen zu haben und drei Mädels müssten schon ganz schön anstrengend und zickig sein. „Der arme Mann.“ WEITERLESEN

Ich erkenne dich, mein Kind | Unsere Kinder annehmen wie sie sind

Ich denke oft darüber nach, was eigentlich unsere Aufgabe als Eltern ist, meine Aufgabe als Mutter. Ich sage gerne, dass es das Loslassen ist und das meine ich auch, aber vielleicht ist Loslassen auch nur eine Metapher für das, worüber ich heute schreiben möchte: wie wir unsere Kinder annehmen, wie sie sind. Wie schaffen wir das? Wie erkennen wir das, was sie ausmacht, im Guten wie im Schlechten? Wie finden wir  im Laufe ihrer Kindheit, in der sie uns anvertraut sind, die Gelassenheit und Ruhe, sie immer und jederzeit die Person sein zu lassen, als die sie bereits zu uns kommen? In allen Aspekten? Und wie unterscheiden wir dabei zwischen dem, was wirklich aus ihnen kommt und dem, was wir in sie hineinlegen möchten? Ich stelle mir diese Fragen, seit ich Kinder habe. Und gerade habe ich festgestellt, wie krass lange das tatsächlich schon ist – mein großes Mädchen ist gerade fünfzehn geworden! Da wird es wirklich mal Zeit für eine Bestandsaufnahme. WEITERLESEN…

Du störst ein bißchen, Mama: Auszug aus dem Elternbett

Ich höre Schritte. Sofort sitze ich kerzengerade im Bett. Da geht das Licht im Flur an. Jemand schleicht sich die Treppe hinunter. Wie der Blitz springe ich aus dem Bett und husche in den Flur. Mist, zu spät! Ich sehe gerade noch, wie die Tür zum Badezimmer geschlossen wird. Leise klopfe ich an die Tür: „Maxi, bist Du das?“ „Ja, Mama.“ „Alles gut?“ „Jahaa. Aber ich will noch weiterschlafen.“ Das ist gut! Das ist sehr gut! So eine gute Chance hatte ich lange nicht mehr. „Dann komm doch zu uns ins Bett“, säusele ich und lausche gespannt auf die Antwort. WEITERLESEN

Er war´s

„Mama, Mama“, kommt ihr Jungs angelaufen, die Wangen gerötet, die Stimmen überschlagen sich fast vor Aufregung, „dürfen wir im Wohnzimmer zu Abend essen? Wir haben eine gaaanz tolle Höhle gebaut!“ „Okay, aber passt auf, dass…“ versuche ich noch, Euch hinterherzurufen, aber ihr habt schon keine Zeit mehr, mir zuzuhören, ihr seid schon unterwegs und mit Vorbereitungen zum Höhlenessen beschäftigt. Eine echt beeindruckende Höhle habt ihr da gebaut mit meinen weißen Decken und Kissen. Manchmal ist Ruhe eben doch kein Grund zur Sorge, manchmal spielt ihr ja echt richtig schön miteinander. WEITERLESEN

Berlinmittemom: Geburstagsbrief an meine Tochter

Geburtstagsbrief an meine Tochter

Mein Herz, heute möchte ich die Zeit anhalten. Nicht zurückdrehen, das nicht. Denn das hieße ja, dass mir die Vergangenheit lieber wäre, als die Gegenwart mit dir. Und das wäre nicht die Wahrheit. Es ist wieder Zeit für einen Geburtstagsbrief an dich, meine große, kluge und wunderschöne Tochter, denn heute wirst du vierzehn. Ich weiß, du lächelst jetzt und schüttelst ein bisschen den Kopf, denn du findest mich sentimental, ein bisschen kitschig und vielleicht sogar peinlich. Aber damit kann ich leben. Das gehört dazu, denn du wirst morgen vierzehn und ich bin deine Mama. In deinem Alter sind Mamas auch mal peinlich, besonders, wenn sie gefühlsduselig einen Geburtstagsbrief schreiben und in Erinnerungen schwelgen. Da musst du jetzt durch, mein Geburtstagsschatz. WEITERLESEN…

Ein Lied für dich

Es ist vielleicht nur ein Zufall, aber meine Kinder gehen genau so durchs Leben, wie sie in eben dieses hineingekommen sind. Maxis Geburt dauerte 18 Stunden. Eine Ewigkeit. Kommt er oder müssen wir ihn holen? Ich wusste es zwischendurch wirklich nicht. Minis Geburt dauerte genau zwei Stunden. Fruchtblase geplatzt, ins Krankenhaus gefahren, 20 Minuten im Kreißsaal- hallo Mini! Es kommt mir so vor, als hätten meine Söhne dem Mann und mir mit der Art ihrer Geburt direkt ihre Visitenkarten überreicht. Auf Maxis steht: Bitte drängt mich nicht. Ich muss mir immer erstmal alles in Ruhe angucken und sorgfältig überlegen, ob ich dazu schon bereit bin, oder nicht. Ich will es außerdem richtig machen, deswegen übereile ich nichts, sondern prüfe erstmal alle Optionen. Ich lasse mir Zeit. Und so geht Maxi durchs Leben und lässt jede neue Situation erstmal auf sich wirken. Wie machen das eigentlich die anderen so? Ist das auch was für mich? Ich weiß noch nicht, ob ich das gut finde, ich überlege erstmal. Manchmal dauert es Monate, bis er in einer Situation so richtig …

Mein krankes Kind zu Hause. Über liebevolle Rituale und Kindheitserinnerungen

Es ist Hochsaison. Kranke-Kinder-Hochsaison. Und auch bei uns war es mal wieder soweit: ich hatte die ganze letzte Woche ein krankes Kind zu Hause. Irgendwie kann ich mich kaum an Jahre erinnern, in denen das nicht so war, jedenfalls nicht, seit ich Mama bin. Und seit ich mich ein bisschen abgeregt habe (beim ersten Kind war ich ja jedes Mal in heller Aufregung, sobald die Temperatur mal über 38° ging) und ich mich jeweils ganz auf die Situation einlassen konnte  (bleibt einem ja auch kaum was anderes übrig), fielen mir all die lieben Dinge wieder ein, die meine Mama immer für uns tat, wenn wir als Kinder krank wurden und nicht zur Schule gingen. Als krankes Kind zu Hause bleiben, war dann auf einmal nur noch halb so schlimm, schließlich kam man in den Genuss vom Mama-Verwöhnprogramm. Und alles, was ich als Kind so lieb und tröstlich fand, wenn ich krank war, mache ich mit meinen Kindern auch. Selbst der fieseste Infekt ist nur noch halb so wild, wenn man sich auf etwas Schönes freuen kann, das ganz …

Schlittenfahren in Berlin

Ich wünsch mir die Kinder noch mal klein

Der Schnee ist da. Wir wachen morgens auf und da liegt er, frisch gefallen und weiß im Garten. Die Kinder, eben noch müde in ihren Betten und mit der üblichen morgendlichen Abwehr, wenn ich sie wecke, um sie zur Schule zu schicken, rennen blitzschnell ans Fenster und jubeln! Schnee! Wo sind unsere Schneehosen? Wo die Handschuhe? Wann können wir einen Schneemann bauen? Und dann muss ich sagen: „Nach der Schule, meine Goldschätze. Jetzt anziehen, frühstücken, ab zum Bus!“ Die Kinder maulen und fallen gleich wieder in ihre Morgenlethargie, die Freude kriegt einen Dämpfer und der ganze Schnee macht ihnen nur noch halb so viel Spaß. Das ist einer der Momente in unserem Leben, in dem ich plötzlich unser gemeinsames „früher“ schmerzlich vermisse. Nicht, dass ich die aktuellen Lebensphasen meiner Kinder nicht mögen würde, im Gegenteil. Sie sind wundervoll und ich liebe es, wie selbständig und groß sie durch ihr Schulleben gehen. Aber an solchen Tagen wünsche ich mir die Zeiten zurück, als sie klein waren. Kita-klein. Wir-bleiben-heute-alle-zu-Hause-und-gehen-rodeln-klein. Mittagsschlaf-und-Kakao-klein. (…) WEITERLESEN